Tanja Lasch – Herzkino


Endlich steht es in den Regalen: „Herzkino“ – das neue Album von Tanja Lasch. Tanja Lasch ist schon seit vielen Jahren als Sängerin, Moderatorin und Texterin im Musikbusiness unterwegs. Im letzten Jahr bekam die sympathische Wahl-Berlinerin, durch ihre Version von Kerstin Otts Titel „Die immer lacht„, soviel Aufmerksamkeit wie nie zuvor.

Tanja Lasch - mit freundlicher Genehmigung von Herzfest Entertainment
Tanja Lasch – mit freundlicher Genehmigung von Herzfest Entertainment

 

 

Knapp 6,5 Mio mal wurde ihr Live-Video bei YouTube angeschaut und sie erhielt vor ein paar Wochen den Smago-Award für diesen Song.

Nun erscheint ihr zweites Album mit dem Titel „Herzkino“.

Auf dem Album befinden sich 13 Lieder mit eingängigen Kompositionen und gelungenen Texten. Die Texte hat Tanja Lasch fast alle selbst geschrieben. Zwei Songtexte stammen aus der Feder Ihres Vaters Burkhard Lasch, der jahrzehntelang für die erfolgreichsten DDR-Künstler wie die Puhdys, Karat oder Ute Freudenberg getextet hat.

Die Kompositionen stammen fast alle von Stefan Pössnicker, der auch für die Produktion der Songs zuständig war. Er gehört seit einigen Jahren zu den erfolgreichsten Schlagerproduzenten und hat u.a. schon mit Andrea Berg, Beatrice Egli und Vanessa Mai zusammen gearbeitet.

 

 

 

Komm nach Berlin *****

Der Titel wurde als erste Single aus dem Album vorab Ende 2016 veröffentlicht und ist für mich der stärkste Titel auf dem Album! Ein knackig produzierter Pop-Schlager mit starken Strophen (die ein wenig an „Dich zu lieben“ von Roland Kaiser erinnern) und einem ausgesprochen eingängigem Refrain. Ich hatte direkt einen Ohrwurm, der einige Tage hielt. Auch stimmlich sehr stark- besonders im Refrain. Ausgesprochen clever arrangiert mit den hohen Chören im Modern Talking-Stil, Discofox-Rythmus und einigen klasischen Soundeffekten! So sollte ein moderner Schlager klingen!

Verbotenes Land *****

Ein treibender Rythmus macht diese Uptemponummer besonders gut tanzbar. Auf pop-orientierte Strophen und eine starke Bridge folgt ein klassischer Schlagerrefrain. Ich mag auch die „Oho Oh Oh“- Chor-Parts und die E-Gitarren-Sounds sehr gerne. Wieder akute Ohrwurmgefahr und für mich direkt der nächste Voltreffer!

Der Himmel explodiert *****

Ein eingängiger Schlager, der sich auch auf einem Andrea Berg-Album gut gemacht hätte. Rythmisch nicht ganz so treibend, aber auch hier ein Pluspunkt für ein sehr passendes Arrangement.

Die Frau neben dir *****

Der nächste temporeiche Pop-Schlager im modernen Soundbett. Mit dem treibenden Discofox-Rythmus sehr gut für die Schlager-Diskotheken und Tanzlokale geeignet. Mir fällt es hier besonders schwer still zu sitzen… Textlich eine Eifersuchts-Story. Der Refrain ist extrem catchy- erinnert ein wenig an „Samstag Nacht“ von Howard Carpendale.

Am Ende meiner Suche *****

Recht klassische arrangierte Schlager-Ballade. Hymnischer Refrain, große Chöre, Piano und E-Gitarre- das passt eigentlich alles. Mich erreicht der Titel trotzdem nicht so richtig. Da greife ich dann lieber auf das Debütalbum von Tanja Lasch und die wunderschöne Ballade „Die letzte Kerze“ zurück.

Es wird nicht dabei bleiben *****

Abzählreim-Strophe- da steh ich immer drauf. Auch der Text gefällt mir besonders gut, weil jeder diese Situation kennt: Ein Flirt und der Versuch es nicht zu weit zu treiben, der nach und nach scheitert. Wieder schöne E-Gitarren-Sounds und ein Ohrwurm-Refrain, der sofort sitzt.

Er liebt nur ihn *****

Das ist mal ein interessanter Text: Eine Frau verknallt sich Hals über Kopf in einen Mann, der ihr dann sagt, dass er homosexuell ist. Musikalisch ein locker-leichter Schlager. Der Titel ist Teil des „CSD- Hamburg wird leuchten“-Projekts, das Tanja als Patin unterstützt.

Sie ist viel zu jung *****

Musikalisch sehr interessant: Ein elektronisches, sehr pop-orientiertes Soundbett mit zackigem, treibendem Rythmus – erinnert etwas an die Songs von Kerstin Ott. Dazu kommen dann ein paar typische Boygroup-Sounds der 2000er wie der mehrstimmige Chor-Part nach 2:40 min oder das sehr gelungenen Ende des Songs. Auch der Text ist spannend und handelt von einem Mann, der sich in eine wesentlich jüngere Partnerin verliebt- und das aus der Sicht der verlassenen Partnerin: „Sie kennt die Backstreet Boys und Michael Jackson nicht und als die Mauer fiel, da gab es sie noch nicht“. Originell und sehr gelungen.

Nur das eine Mal *****

Ich stehe schon mal voll auf das Chor und E-Gitarren-Intro, dass selbst der legendäre Schlager-Produzent Jean Frankfurter in seinen besten Zeiten nicht genialer hingekriegt hat. Überhaupt klingt der Song wie von einem Helene Fischer-Album aus den späten 2000er Jahren, was ich absolute als Kompliment meine. Soundtechnisch für mich eines der besten Arrangements auf dem Album! Die besonders melodiösen Strophen sind ein Extralob wert.

Hast Du einen Bruder *****

Während ich die Strophen hier richtig stark finde, ist mir der Refrain hier zu sehr im Schunkel-Modus. Vom Text her wieder interessant: Verliebt in einen Mann, der glücklich vergeben ist.

König meiner Welt *****

Ein etwas ruhigerer Start bis dann ein treibender, poppiger Rythmus einsetzt. Ein Song der auch Beatrice Egli gut gestanden hätte. Auch hier finde ich die Strophen noch stärker als den Refrain, aber auf höherem Niveau. Stimmlich eine der besten Leistungen auf dem Album! Ein besonderes Lob hier auch für den Chor, für den Mitch Keller verantwortlich ist.

Die immer lacht *****

Im letzten Jahr in der housigen Version ein großer Hit für Kerstin Ott, den Tanja Lasch und Stefan Pössnicker vom Sound her etwas schlagermäßiger arrangiert haben. Und das funktioniert auch sehr gu t- bei You Tube und den Schlager-Radiosendern wurde diese Version zu Recht zum Hit.

Adieu goodbye *****

Der ruhigste Titel zum Schluss. Eine schöne, soundmäßig sehr reduzierte Ballade aus der Feder von Tanjas Vater Burkhard Lasch. Ein wirklich sehr gelungener Text über das Ende einer großen Liebe. Bei diesem Song hört man besonders gut, dass Tanja Lasch eine sehr gute und erfahrene Sängerin ist. Besonders die „… Eine Andere hat Dein Herz, ich hab den Kampf verloren“-Stelle gefällt mir ausgezeichnet. Ich hatte Gänsehaut und das ist ja für eine Ballade die größte Auszeichnung.

Tanja Lasch - Herzkino (c) maniamusic
Tanja Lasch – Herzkino (c) maniamusic

Gesamtbewertung *****

Ich muss sagen, dass „Herzkino“ meine Erwartungen absolut übertroffen hat! Das Album ist moderner Schlager mit eingängigen, melodischen Titeln und starken Texten! Nicht ganz so angepasst an die aktuellen Charts-Hits wie das z.B. bei Vanessa Mai der Fall ist. Es ist schon mehr Schlager, aber trotzdem klingt es modern. Die Rythmen sind treibend und es gibt aktuelle Soundeffekte, aber eben auch klassische Schlagerelemente wie die sehr melodiösen Refrains, die klassischen Chor-Arrangements und – absolut lobenswert- das Comeback der sehnsuchtsvollen E-Gitarren-Parts!

Für mich ein rundum gelungenes Album, dass den Vergleich mit den Veröffentlichungen der sehr erfolgreichen Konkurrentinnen im Schlagergenre nicht fürchten muss! Besonders schön für mich als CD-Käufer: Man kann das Album sehr gut durch hören, denn es gibt keinen richtigen Ausfall und die Reihenfolge der Songs ist geschickt gewählt.

Das Tanja Lasch mit 41 Jahren ein bisschen Lebenserfahrung mitbringt, macht viele Texte erst glaubhaft und authentisch. 10 von 13 Texten hat sie selbst geschrieben. Und textlich ist „Herzkino“ im Vergleich mit anderen Schlager-Produktionen weit oben anzusiedeln!

In der ersten Chart-Woche ist „Herzkino“ auf Platz 48 der Charts eingestiegen. Ich wünsche Tanja Lasch und ihrem Team besonders viel Aufmerksamkeit auf dem umkämpften Schlagermarkt. Wenn viele Menschen diese Songs im Radio hören, im Fernsehen sehen und bei Schlager-Festivals feiern bin ich mir sicher, dass die Erfolgskurve für Tanja Lasch weiter ansteigt!

 

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