Sarah Schiffer – Freier Fall


Sarah Schiffer – Freier Fall. Der deutsche Schlager boomt, und trotzdem sind neue Schlageralben momentan eher Mangelware. Zumindest von den bekannten Größen. Königin Helene Fischer lässt weiter auf sich warten.

Sarah Schiffer - Album "Freier Fall" © Sarah-Music.de / Universal Music
Sarah Schiffer – Album „Freier Fall“ © Sarah-Music.de / Universal Music

Genau die richtige Zeit, um neue Schlagerprinzessinnen zu entdecken, z.B. Sarah Schiffer, bekannt durch die Teilnahme an der gefloppten Pro7-Show „Keep Your Light Shining“ (die mit der Voting-App).

Im letzten Jahr mit einer Debutsingle gestartet, veröffentlichte die 27-jährige aus Herzogenrath nun überraschend und ohne viel Getöse ihr Debutalbum. Wir hören rein.

(Text: Ansgar Kuhn für Schwedenschlager.de, Beitragsbild: Sarah-Music.de/Universal Music).

Startbereit *****

Komponiert u.a. von Ela Steinmetz von Elaiza (ESC 2014), hat aber musikalisch keine Gemeinsamkeiten mit der Band. Das hier ist Popschlager. Temporeich und tanzbar. Ein sehr guter Opener, klar bei dem Titel. Und „das feuer brennt“ – natürlich.

Keychange: Ja

Sarah Schiffer - neue Single "Startbereit" © Sarah-Music.de / Universal Music
Sarah Schiffer – neue Single „Startbereit“ © Sarah-Music.de / Universal Music

Der perfekte Moment *****

Durch Vocoder verzerrte Stimmen eröffnen das modern produzierte Werk. Starke Strophen, Atemlos-Style: Refrain erst mit angezogener Handbremse bis dann der Turbo gezündet wird. Schöne Hintergrundsynthies mit fetten Beats.

Keychange: Fehlanzeige

Freier Fall *****

Titeltracks lassen ja generell die Erwartungen etwas höher ansetzen. Aber das „gewisse Etwas“ fehlt auch hier. Ähnlich aufgebaut wie der Vorgänger, vielleicht noch einen Tick moderner. Starke Beats, starker Refrain. Liegt vielleicht auch an Tony Malm, u.a. Komponist von Eric Saades „Masquerade“.

Keychange: Fehlanzeige

Nur ein Wort von Dir und ich bin frei…

Sternschnuppennacht *****

Überschussware von Beatrice Egli, erfindet das Rad nicht neu, erfüllt aber seinen Zweck. Kaum zu glauben, dass hier nicht Dieter Bohlen hintersteckt.

Keychange: Fehlanzeige

Hier drin *****

Balladen-Alarm. Beziehungsweise Midtempo-Alarm. Das einzige, was (bei mir) hängenbleibt, ist die Zeile „von der Antarktis bis zum Nil“. Next.

Keychange: Fehlanzeige

Mein Herz und deine Seele *****

Wieder Midtempo. Ich würde es mal den aktuellen „Sarah Connor Sound“ nennen. Klingt jedenfalls vertraut, aber auch beliebig. Ohne Höhepunkt.

Keychange: Fehlanzeige

Nur eine Nacht *****

Nun die erste Single. Nach einer Sekunde weiß man: jetzt geht es wieder los. Fetter Foxbeat im Beatrice Egli Style. Strophen etwas stärker als der Refrain, dessen Melodie von leicht nervigen Glocken-Synthies gedoppelt wird.

Keychange: Fehlanzeige

Nur mit dir *****

Jetzt ist wieder Zeit zum Einschlafen. „Nur mit dir“ nach „Nur einer Nacht“, aha. Klavierballade mit einem Hauch von Musical.

Keychange: Fehlanzeige

Vom Regen zum Meer *****

Sanfter Gitarrenpop für den Frühling. Die Art von Schlager, die deutsche Frauen-Popbands machen ohne es Schlager nennen zu dürfen. Refrain und Bridge sind stark. Endet leider im Fadeout. Buh!

Keychange: Tatsächlich

Ab heute *****

Wenn der Refrain nicht höher gesungen wird als die Strophe, klingt es immer ungewohnt. Aber das Arrangement ist exzellent. Diesmal im Andrea Berg-Gewand. Highlight: „Violinenwirbel“ am Ende des Refrains.

Keychange: oh ja!

Feuerwerk *****

Jetzt wird das Tempo nochmal angezogen in Richtung Techno-Schlager. Das momentan in Schlagern gern besungene Himmelsspektakel findet auch hier seinen Platz; in den Strophen. Im Refrain kommt man hingegen mit „Oh oh oh oheho“ aus.

Keychange: leider nein

Wenn das der Himmel ist *****

Das Gitarrenspiel am Anfang soll wohl orientalisch klingen. Der Rest ist aber sehr europäisch. Eine große Powerballade mit Ohrwurm-Refrain. Hat was von Michelle.

Keychange: mit allem Drum und Dran

Sternenfeuer *****

Positiv hektischer Popschlager. Aktuell produziert, sehr dance-lastig, besonders die Bridge. Aber leider verliert es sich wieder etwas in Belanglosigkeit.

Keychange: Fehlanzeige

In all meinen Träumen *****

Zum Abschluss die obligatorische Abschiedsballade. Kein Höhepunkt, kein langer Ton, nichts. Gähn.

Keychange: Fehlanzeige

Gesamtbewertung:

Ein durchaus gelungenes, abwechslungsreiches Debutalbum, auch wenn das gewisse Etwas fehlt, um sich abzuheben. Mal klingt es nach Beatrice Egli, mal nach Sarah Connor, mal nach Michelle. Also nichts, was vorher noch nicht da war, aber alles hervorragend produziert. Besonders das erste Drittel ist sehr stark. Hier ist durchaus Potenzial für den ein- oder anderen Singlehit z.B. „Startbereit“, „Der perfekte Moment“, „Ab heute“ so wie das bereits ausgekoppelte „Freier Fall“.

3,5 von 5 (wenn ich mich entscheiden muss 3)

Categories: Deutschpop,Review

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